Geschichte der Auftaktsitzung

Unsere ersten drei Marktprinzessinnen wurden im kleinen Kreis, d. h. im Gesellschaftszimmer des damaligen Vereinslokals Schönecker, ernannt. Anwesend waren die aktiven Grünröcke Gottfried Peters, Uwe Bellmann, Dietmar Havertz, Käthe Röhrig und Helmut Schönecker sowie die Tollitäten und deren Familien.

In der Session 1996/1997 fand zum ersten Mal eine – wenn auch noch in überschaubarem Rahmen –  Auftaktsitzung mit Proklamation der Tollitäten im neuen Saal der Gaststätte Schönecker statt. Es wurde ein kleines Programm aufgeführt. Käthe Röhrig agierte als Büttenrednerin, die Schlappis aus der Voreifel sorgten mit meist eigenen Liedern für musikalische Unterhaltung. Die Showtanzgruppe – damals waren es noch Kinder – hatte ihren ersten Auftritt vor Publikum.

In den folgenden Jahren entwickelte sich die Auftaktsitzung zu einer immer größeren Veranstaltung. In der Session 1997/1998 feierten unsere Männer Premiere als Balletttänzer. Büttenrede, Sketch und die Showtanzgruppe ergänzten das Programm. Es trat auch eine junge Italienerin auf. Ihr Name ROBERTA. Heute ist sie als Stimmungssängerin weit über das Stadtgebiet hinaus bekannt.

Fast jede Marktprinzessin blieb dem K.A.S. treu. Auch die Ehemänner traten dem K.A.S. bei. So konnten wir jedes Jahr mit einer größeren Menge Grünröcken auftreten. In der Session 1998/1999 führten die Frauen und Männer einen gemeinsamen Tanz auf. Auch sehr zur Freude unseres Bürgermeisters. Wir tanzten nach Themen aus „Tausend und einer Nacht“. Die Frauen waren als  offenherzige Haremsdamen und die Männer als Eunuchen verkleidet.

Mittlerweile hatten wir einen immer größeren Zulauf bei der Sessionseröffnung. Die Plätze im Saal Schönecker waren jetzt immer komplett besetzt. Neben unserem eigenen Programm wurde nun auch schon einmal ein „auswärtiger“ Programmpunkt eingekauft. Die K.A.S.-Frauen tanzten u. a. zu Musiken von „Antonia aus Tirol“, Discohits von Jennifer Lopez. Unsere Männer parodierten die Prinzen oder die Schlümpfe.

2001 war es dann soweit: die Räumlichkeiten im Saal Schönecker reichten nicht mehr aus. Alle Besucher erhielten zwar einen Platz im Saal, saßen aber buchstäblich wie die Ölsardinen aufeinander.

Nach langen Diskussionen im Vorstand wagten wir dann im Jahr 2002 den Wechsel. Unsere Auftaktsitzung fand erstmals in der Turnhalle in der Wolfsgasse statt. Die Anspannung war groß. Schließlich standen dort fast doppelt so viele Plätze zur Verfügung, die möglichst auch besetzt werden sollten. Mit großem Herzklopfen und glücklich über die volle Turnhalle konnten wir mehr als 200 Gäste begrüßen.

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Und auch unser Programm konnte sich sehen lassen. Musikalische Unterhaltung von den „Inde Sound Trompetern“ wechselte mit Tanzeinlagen unserer K.A.S.-Frauen, des Tanzmariechens und der Showtanzgruppe.

Unsere Männer zeigten verschiedene Parodien zu Jürgen Drews und der Spider Murphy Gang. Unser Bernd Hübner glänzte als Wolfgang Petry.

Das Festkomitee Baesweiler Karneval und die Roten Funken aus der Broicher Siedlung waren Stammgäste bei unseren Sitzungen in der Turnhalle.

Das Programm gefiel dem Publikum so gut, dass wir im nächsten Jahr bereits frühzeitig ausverkauft waren.

Hier traten unsere Männer erstmals in der Region Aachen als die DREI (K.A.S.) TENÖRE auf. Diese Nummer kam so super an, dass die drei Akteure sich vor Anfragen und Auftritten kaum retten konnten. Selbst im Ruhrgebiet traten sie auf. Als „auswärtige“ Programmpunkte konnten wir in den folgenden Jahren Jürgen Beckers, Guido Hoss, De Pöngele, die Inde-Rebellen,  et Tusnelche und viele andere begrüßen.

Auch die Aachener „Stars“ Josef, Jupp und Jüppchen sowie „Mister Feinripp“ Guido Hoss waren gern gesehene Gäste.

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Auch eine Parodie der Jakobs Sisters wurde von unseren Männern mit großem Erfolg auf die Bühne gebracht. Die Frauen punkteten mit Tänzen zu Que Sera, Juke Box Jive, einem Schlagermedley und PUR.

Was war das Ergebnis der überaus erfolgreichen Auftaktsitzungen?

Die Turnhalle in der Wolfsgasse war zu klein geworden. Die Besucherzahl überstieg die Anzahl der vorhandenen Plätze. Wir wollten unseren Gästen ja auch eine gemütliche Atmosphäre mit genügend Bewegungsfreiheit zum Feiern bieten.

Und als dann unser Bürgermeister Linkens während der Proklamation die Sporthalle Am Weiher als Austragungsort „anbot“, war die Entscheidung schon so gut wie gefallen. Das Publikum nahm den Vorschlag mit tosendem Beifall auf, so dass Präsident Peter Jansen gar nicht anders konnte, als den Wechsel in die größere Halle noch vor Ort zu bestätigen.

Wir zogen also wieder um. Das bedeutete allerdings für uns eine Menge mehr an Arbeit, vor allem beim Aufbau für die Auftaktsitzung, und wieder große Anspannung. War die Sporthalle am Weiher nicht doch eine Nummer zu groß für uns?

Tatsächlich konnten wir im November 2007 fast 500 Besucher – mehr als doppelt so viel wie im Jahr vorher – begrüßen. Diesmal zeigten wir in unserem eigenen Programmteil eine große Playback-Show.

Als Gäste glänzten die Kölner Kultband „Die Kolibris“, Ne Hausmann Jürgen Beckers freute sich, bei uns auftreten zu können. Und das Stadtprinzenpaar Rainer und Roswitha Kreutz begeisterte das Settericher Publikum. Stammgäste waren zu dieser Zeit die Karnevalsfreunde der KG Narrenzunft mit ihrem Präsidenten Dieter Schönebeck.

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Die gestiegene Zahl der Besucher bedeutete mehr Einnahme und erlaubte es dem K.A.S., neben Künstlern aus der Region auch den ein oder anderen Star zu engagieren, der sonst im Kölner Karneval dick im Geschäft ist und auch durch Fernsehauftritte bekannt war. So konnten wir z. B. die Funky Marys, den Feuerwehrmann Kresse, Christian Pape, der Lange, Lieselotte und die Fröngde begrüßen.

Dennoch wurden die beim  Publikum überaus beliebten Auftritte der eigenen Mitglieder nicht vernachlässigt. Mit Solonummern glänzte Manfred Weber als Marianne Rosenberg, Whitney Houston und Tina Turner. Auch das Thema „Mama Afrika“ fand sich im Sessionstanz unserer Frauen wieder.

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Im Jahr 2010 mussten wir wegen Umbauarbeiten von der Dreifachsporthalle in die Realschule umziehen. Hier parodierten unsere Frauen „Sister Act“ und unsere Männer tanzten unter dem Motto „Guter und böser Clown“. Es standen 11 Männer auf der Bühne, durch die besondere Maskerade waren es aber eigentlich 22. Außerdem konnten wir nach langer Zeit noch einmal Roberta Lorenza, die singende Mafiosa, begrüßen, die den Saal zum Kochen brachte.

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In der Session 2011 – 2012 stand das Vereinsjubiläum an: der K.A.S. feierte seinen 33.Geburtstag.

Zur Auftaktsitzung konnte man wieder in die große Sporthalle wechseln und sich über eine große Besucherschar freuen, auch wenn die Rekordzahl aus 2007 nicht mehr zu erreichen war.

Mit den Jubiläumsprinzessinnen Pia I. und Alyssa I. wurde schon bei der Auftaktsitzung groß gefeiert, auch wenn es im Januar 2012 noch eine separate Jubiläumssitzung gab.

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Obwohl die „großen“ Künstler nicht mehr engagiert wurden, konnte der K.A.S. immer gute und abwechslungsreiche Programme bieten, bei denen nach wie vor das Prinzip galt, ein Großteil des Programms wird von uns selbst gestaltet. Frauen, Männer und vor allem die Showtanzgruppen „Young Spirit“ und die „Diamonds“ waren immer im Programm vertreten.

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Nach einem einmaligen Gastspiel in der Turnhalle Wolfsgasse fanden die Auftaktsitzungen 2013 und 2014 wieder in der Sporthalle am Weiher statt.

Aber irgendwie gelang es nicht mehr, die gute Stimmung und Atmosphäre früherer Jahre in den Saal zu bringen. Am Programm mit Auftritten von „Claus und Willi“ oder den „Promi Bröör“ oder den Auftritten unserer eigenen Kräfte lag es sicher nicht.

Uns war aber immer klar, dass wir – trotz aller Schmückerei – in einer Sporthalle sind, in der es auch mehrmals Probleme mit der Beschallung gab.

Nachdem wir schon mehrere Jahre unsere Kindersitzung im Saal Werden veranstalten, hat sich der K.A.S. jetzt entschlossen, auch die Auftaktsitzung dort zu veranstalten.

Nach erfolgtem Umbau soll der Saal des Parkrestaurants Werden der neue, ständige Veranstaltungsort für unsere Sessionseröffnung werden.

Für die Tollitäten stellt die Auftaktsitzung etwas ganz Besonderes dar. Wenn die „kleine“ Showtanzgruppe, aus deren Reihen meistens die Kinderprinzessinnen stammen, mit ihrem Tanz die Sitzung eröffnet hat und die Prinzessinnen der Vorsession gebührend verabschiedet worden sind, erfolgt die festliche Proklamation der Markt- und der Kinderprinzessin.

Nachdem die Damen den Einmarsch unter dem Beifall des Publikums geschafft haben, werden den Besuchern die Prinzessinnen vom Präsidenten vorgestellt. Dann erhalten sie die Ernennungsurkunden und die Insignien wie Marktkorb mit Obst und Gemüse bzw. Krone und Zepter. Die Zeremonie wird vom Präsidenten und dem Bürgermeister vorgenommen.